Weiterbildung

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Vortrag am 12.11.18: "Was ist los in Afrika?"

 

Freya Lüdeke, Ethnologin, Vorstandsmitglied Flüchtlingsrat NRW e.V.

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Afrika wird häufig gleichgesetzt mit Krisen, Katastrophen und Armut. Doch es ist nicht möglich, Afrika als Ganzes zu beschreiben, da man dann den verschiedenen Ländern mit ihren unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Systemen nicht gerecht werden kann. Konflikte in manchen Regionen zwingen viele Menschen zur Flucht, aus anderen Ländern gibt es kaum Fluchtbewegungen, eher Arbeitsmigration innerhalb Afrikas.

Freya Lüdeke, Flüchtlingsberaterin, studierte Ethnologin und Vorstandsmitglied des Flüchtlingsrats NRW wird in diesem Vortrag einen Überblick geben über Fluchtgründe und Fluchtrouten innerhalb Afrikas und sich anhand einiger Beispiele mit aktuellen Konflikten auseinandersetzen.

 

 

Seminar am 09.07.18: "Kommunizieren zwischen den Kulturen. Interkulturelle Sensibilisierung"

 

Ingeborg Steinmann-Berns, ARIC NRW

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In der praktischen Arbeit mit Menschen, die nicht aus demselben Kulturkreis kommen, erleben wir manchmal unerwartete Situationen. Die, denen wir helfen wollen, verhalten sich nicht so, wie wir es erwarten und aus dem eigenen Umfeld kennen.

Dieses Seminar soll die Teilnehmerinnen für verschiedene Aspekte interkultureller Zusammenarbeit sensibilisieren und ihnen helfen, unterschiedliches oder unerwartetes Verhalten zu verstehen.

Ziel der Schulung ist es, einen Beitrag zu leisten, um Konflikte oder Frustrationen in der täglichen Arbeit zukünftig zu vermeiden.

 

 

Vortrag am 14.05.18: "Rechtspopulismus - Entwicklung und Strukturen"

 

Andreas Kemper, Soziologe und Publizist, Buchautor

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Die Rede vom Rechtspopulismus ist momentan allgegenwärtig, gerade Aktive in der Flüchtlingsarbeit sehen sich immer wieder mit diesem Phänomen konfrontiert.

Zumeist wird darunter eine politische Strategie verstanden, die für autoritäre und auch rassistische Vorstellungen steht; gerne wird eine „korrupte Elite“ für Probleme des „einfachen Volkes“ verantwortlich gemacht.

Der Soziologe Andreas Kemper bevorzugt die Bezeichnung „Strömungen der Ungleichwertigkeit“, die er in die Bereiche des Neoliberalismus, des christlichen Fundamentalismus und des völkischen Nationalismus unterteilt.

In der Veranstaltung werden die (historischen) Entwicklungen und Strukturen dieser Strömungen beleuchtet und ihre Bedeutung im heutigen Leben und der aktuellen Politik thematisiert.

 

 

Infoveranstaltung am 19.03.18:  "Perspektiven für Ausbildung, Praktikum, Berufskolleg und Arbeitsstellen für Flüchtlinge unabhängig ihres Aufenthaltsstatus“

 

AWO-Kreisverband Viersen

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In den Räumen des AKF-Zentrums an der Bahnstraße veranstaltete der AWO-Kreisverband Viersen am 19.03.18 eine Info-Veranstaltung für Ehrenamtler/-innen und Geflüchtete zum Thema „Perspektiven für Ausbildung, Praktikum, Berufskolleg und Arbeitsstellen für Flüchtlinge unabhängig ihres Aufenthaltsstatus“. Nach einer kurzen Begrüßung durch Gisela Michels (AKF) erläuterten Robert Müller, Sozialarbeiter bei der AWO Viersen, und Jutta van Amern die Bedeutung und Folgen von Aufenthaltstiteln für Geflüchtete, die in Willich leben. Des Weiteren gaben sie Informationen zum Schutz vor Abschiebung durch Ausbildung und Lebensunterhaltssicherung (LUS). Anschließend stellten sich der Integrationspoint des Jobcenters Viersen und die Agenda 21 Willich vor und benannten Ansprechpartner.                                                                  Weitere Programmpunkte waren eine offene Fragerunde für die Teilnehmer/-innen, die Fallbesprechung mit den Referenten und die Beratung und Vermittlung für die Teilnehmer/-innen.
Die Veranstaltung war gut besucht und es konnten viele Fragen geklärt werden.

 

 

Vortrag am 08.01.18:  "Politische Dimensionen des Islam"

 

Jörgen Klußmann, Leiter der Evangelischen Akademie Rheinland,
Islam- und Politikwissenschaftler, Buchautor

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Ist der Islam nur eine Religion oder eine politische Ideologie?

Von Seiten der Populisten ergeht der Vorwurf, der Islam sei keine Religion, sondern eine radikale Ideologie, die alle „Ungläubigen“ mit dem Tod bedroht. Dabei machen sie keinen Unterschied zwischen Islam und Islamismus und differenzieren schon gar nicht zwischen gemäßigten und gewaltbereiten Islamisten.

 

Doch wo sind die Grenzen zu ziehen und gibt es überhaupt eine islamische Vorstellung von einer gerechten sozialen Ordnung?

Die islamische Rechtsprechung – die Scharia -  entstand erst in den ersten 200-300 Jahren nach dem Tode des Propheten und wurde zur Grundlage der politischen Ordnung bis zum Sturz der Abbasisden-Dynastie durch die Mongolen im 12. Jahrhundert. Danach herrschten im Wesentlichen weltliche Herrscher, die sich aber an den vorherrschenden islamischen Rechtsschulen orientierten.

 

Erst die neuzeitliche Auseinandersetzung zwischen europäischen Kolonialherren konfrontierte die islamische Welt mit der Idee eines säkularen Staates, der Trennung von Staatsmacht und Religion. Nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reichs und der Abschaffung des Kalifats durch die neue türkische Republik, sind es insbesondere die französischen Republik und die konstitutionellen Monarchie Großbritannien, die als die neuen Herren des Orients auftreten. So überwiegt der Widerstand gegen die Kolonialmächte und die Frage nach einer angemessenen politischen Ordnung.

  

Was hat sich daran bis heute geändert? Gibt es eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Frage ob Islam und Demokratie vereinbar sind?

 

 

Workshop  am 13.11.17: "Ankommen ohne anzukommen“
Situation von Flüchtlingen aus den "sicheren Herkunftsstaaten“
in den Aufnahmeeinrichtungen des Landes NRW

 

Eva Spiekermann, Flüchtlingsrat NRW e.V., Referentin für Ehrenamtlichenvernetzung

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Welche rechtlichen Grundlagen und politische Agenda stecken hinter der Einteilung von Flüchtlingen in solchen mit einer „guten“ und einer „schlechten Bleibeperspektive“? Welche Konsequenzen hat diese Kategorisierung für das Asylverfahren und für das Leben der Betroffenen in den Unterbringungseinrichtungen des Landes NRW?

Anfangs wird der Verlauf des Asylverfahrens in NRW erläutert sowie aktuelle flüchtlingspolitische Entwicklungen in Deutschland und NRW beleuchtet. Daraufhin erarbeiten wir gemeinsam die Auswirkungen der Kategorisierung von Flüchtlingen auf die Rechte und Teilhabemöglichkeiten am öffentlichen Leben. Zum Abschluss steht die Frage im Fokus: Wie können Ehrenamtliche die BewohnerInnen dieser Einrichtungen (weiter) unterstützten? Welche Freizeitgestaltung und Angebote sind sinnvoll?

 

 

Seminar  am 17.10.17 zum Thema "Asylrecht“


Eva Spiekermann, Flüchtlingsrat NRW e.V., Referentin für Ehrenamtlichenvernetzung

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Dieses Seminar behandelt die rechtlichen Grundlagen rund ums Thema Asyl. In der ehrenamtlichen Arbeit mit geflüchteten Menschen kommt oft die Frage auf: Wie geht es für den Menschen jetzt eigentlich weiter und was sind seine Rechte als Asylsuchender? Welche Informations- und Unterstützungsangebote brauchen die Flüchtlinge in den Aufnahmeeinrichtungen des Landes, in denen sie nicht langfristig verbleiben? Wie wird die Verteilung auf die Kommunen geregelt und welche Rechte und Pflichten ergeben sich nach der Entscheidung über den Asylstatus? Welche Aufenthaltstitel gibt es und was ist eigentlich eine Duldung?

 

Im Seminar geht es zunächst um Fluchtursachen, Zahlen und Daten sowie asylrechtlich relevante Begriffe. Das Asylverfahren wird anhand der einzelnen Stationen erläutert, die ein Mensch durchlaufen muss, wenn er Schutz in Deutschland sucht. Abschließend werden die sozialen Rechte von Asylsuchenden in NRW je nach Aufenthaltsstatus beleuchtet.

 

Diese Schulung vermittelt wichtiges Hintergrundwissen für die ehrenamtliche Arbeit mit Flüchtlingen und dient darüber hinaus als Basis, geflüchteten Menschen während ihres Asylverfahrens und auch im Anschluss daran als kompetente Ansprechpartner zu betreuen.

 

 

Vortrag über Syrien am 13.03.17: "Vom Frühchristentum über das islamische Omayyadenreich zum Bürgerkrieg"

 

Rainer Alexander Spallek, Sozialwissenschaftler und Journalist

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Der Sozialwissenschaftler und Journalist bereiste zwei Mal Syrien, zuletzt 2010 - acht Monate vor dem Bürgerkrieg. Er besuchte Stätten des frühen Christentums und war Gast in einem Kloster eines berühmten christlichen Pilgerorts: Maalula. Er hielt sich in den beiden Metropolen Aleppo und Damaskus auf und begab sich auch in die Gegenwelt: die syrische Steppenwüste. Neben Wüstenschlössern aus byzantinischer und omayyadischer Zeit begegnete er dem Reich der legendären Königin Zenobia: Palmyra – eine spektakuläre Ruinenstätte.

 

Ein Schwerpunkt des Vortrags wird die politische Situation im Land sein – ein Land, das völlig aus den Fugen gerät; in dem die machtpolitischen Interessen der Kriegsteilnehmer völlig unvereinbar scheinen. Syrien erlebt eine ungeheure Zerstörungswut, die eine gewaltige Flüchtlingsbewegung auslöst... Das Land wird nie mehr so sein, wie es die Zuhörer und Zuschauer in diesem Vortrag noch einmal sehen und erleben können.